Spinat im Auge gegen Erblindung
Protein des grünen Blattgemüses ersetzt defekte Licht-Rezeptoren

Oak Ridge (pte/28.09.2001/11:27) - US-Forscher haben entdeckt, dass Spinat nicht nur für die Muskeln, sondern auch für die Augen gesund ist. Wissenschaftler des Oak Ridge National Laboratory (ORNL) http://www.ornl.gov und Augenspezialisten der University of Southern California (USC) haben festgestellt, dass Proteine im Spinat Erblindeten die Sehkraft zumindest teilweise zurückgeben können. Das Protein könnte defekte Licht-Rezeptoren in der Netzhaut ersetzen. Aus den Ergebnisse könnten Patienten mit einer altersbedingten
Makula-Degeneration oder einer vererbten Augenkrankheit, der Retinitis pigmentosa, Hoffnung schöpfen. Bei beiden Augenerkrankungen verschlechtert sich die Sehkraft kontinuierlich. Die Erkrankungen gehören zu den weltweit häufigsten Ursachen der Blindheit.

"Obwohl die neuronale Verknüpfung vom Auge zum Gehirn bei diesen Erkrankungen intakt ist, fehlt in den Augen die Aktivität der Photorezeptoren", erklärte der Chemiker Eli Greenbaum vom ORNL. Bei der Untersuchung des Proteins entdeckten die Forscher, dass es in den Spinatblättern das Sonnenlicht mittels Photosynthese in Energie umwandelt. Gemeinsam mit Augenspezialisten USC erforschte sein Team die Funktion des Proteins Photosystem-I. Unterschiedliche Untersuchungen lassen das Team vermuten, dass das Protein auch im Auge der Lichterkennung dienen könnten.

Das Team um Mark Humayun vom USC Doheny Eye Institute hat nachgewiesen, dass viele Patienten bei einer elektrischen Stimulierung des Netzhautgewebes Bildmuster erkennen. Greenbaum zeigte, dass das Photosystem-I-Protein Lichtenergie einfangen kann und eine elektrische Spannung in der Höhe eines Volts erzeugt. "Was wir jetzt herausfinden müssen ist, ob diese Spannungen auch Nervensignale auslösen können und dem Gehirn erlauben, die Bilder zu interpretieren", sagte Greenbaum. Frühere Experimente haben bereits gezeigt, dass sich Photosystem-I in künstlichen Fettkügelchen (Liposomen) einschließen lässt und es somit auch innerhalb zellähnlicher Membranen seine Funktion erfüllt. Liposomen könnten somit als Transportmittel dienen, um die Proteine in Netzhautzellen zu überführen.